Die Schmunzelecke

In der Schmunzelecke gibt es einige Zeilen zum Aufheitern der Seele. Es müssen ja nicht immer Pillen sein – und Drogen sind verboten. Es sind Ereignisse, die sich tatsächlich so zugetragen haben -  oder mit Sicherheit so zugetragen haben könnten. Man muss versuchen dies zu verstehen. Manches sollte in Plattdeutsch geschrieben werden. In der Sprache sind auch krasse Dinge ganz weich!

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Späte Rache

In einer alten kleinen Apotheke in New York arbeitete ein knochenalter hutzliger Apotheker. Er war im 2. Weltkrieg Apotheker bei der US NAVY. Der Apotheker ging auf den Lebensabend zu und die Apotheke auch.

Eines Tages traten zwei Japaner in die Apotheke. Sie verbeugten sich und fragten dann nach dem Weg zum Broadway - wegen der Musicals.

Der alte Apotheker erhob sich mühsam, legte die Hände militärisch an die Hosennaht und verbeugte sich auch, so gut es ging. Dann kam seine höfliche Antwort an die Japaner:

„Ihr habt 1941 Pearl Harbor gefunden. Da solltet ihr auch den Broadway finden“.

Ein später friedlicher Volltreffer. 

Die Apotheke heißt heute „CHEMIST“ und ist eine Bar in Manhatten.

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Ein rätselhaftes Gefäß

 

Eine mecklenburgische Kleinstadtapotheke bekam zeitweise personelle Verstärkung. Grund dafür - Erkrankungen, fehlendes Personal und auch Urlaubsvertretung für den Chef. Der Chef oder die Mitarbeiter wiesen die Aushilfen dann kurz ein. Ein Rundgang durch die Räume erfolgte.

Fast jedem dieser Aushilfen fiel sofort ein etwas größeres Gefäß in der Rezeptur auf, eine rätselhafte Flüssigkeit.

Sofort die Fragen was…warum usw. .


Die Auskunft des Apothekers erfolgte umgehend:

„Dies ist ein Kirschsirup zum Verdünnen! Den geben wir immer den Patienten mit, wenn wir das Rezept nicht lesen können!“   

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Kolophoniumkauf in der Apotheke 

Kolophonium entsteht u. a. bei der Verarbeitung fossiler Harze (Aussehen, Farbe wie Harz). Kolophonium für Streichinstrumente ist ein veredeltes Kolophonium. Es wird auch als Bogen- oder Geigenharz bezeichnet. Die Rosshaare  der Bögen  von Streich-instrumenten werden regelmäßig mit einem Harzstück eingerieben, um einen kräftigen Haftgleiteffekt zu erhalten.

Großstadt in Deutschland - Randlage, Herbst - eine etwas unbehagliche Gegend!

Vorsicht, Geige!

Heiner, ein Musikschüler, kommt mit seiner Geige in die Apotheke. Er möchte 3 Stückchen Kolophonium a etwa 2 cm³ kaufen. Der Apotheker wiegt dies ab. Es sind gut 6 Gramm. Der Junge bezahlt und will die Schachtel mit dem Kolophonium in den Geigenkasten legen. Er öffnet diesen und wird Leichenblass. „Oh Gott, Junge, ist dir schlecht?“ fragt der Apotheker und blickt in den Geigenkasten.

Statt der Geige liegt dort eine Kurzwaffe. Entsetzten!

„Furchtbar…. , schlimm“ stammelte der Junge. „Jetzt ist mein Vater ist mit der Geige zur Bank gegangen!“

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Hundebesuch

Liesa kommt in die Apotheke. Ihr kleiner Hund darf mit hinein und sie trägt ihn auf dem Arm.

Für den Opa möchte sie einen Hustensaft abholen. Die gute alte „Mixtura solvens“ 200 ml für 1,25 Mark. Alles wurde geregelt. Der kleine Wuffi schlabbert Liesas Gesicht ab.


„Oh, oh“, sagt der Herr Apotheker. „Da können Krankheiten übertragen werden. Auch ein Wurmbefall ist möglich. Dies kann sogar tödlich enden!“

„Das stimmt Herr Apotheker. Meine Tante Lotte hat mit ihrem Hund sogar einmal rumgeküsst“.

„Pfui!  Und ist der Tante was passiert“, wollte der Apotheker wissen. „Nein, aber der Hund war am anderen Tag tot!“

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Abführmittel mit Zeitverzug

Der Studienrat Ahrens ist in die Jahre gekommen. Die Augen, die Knochen, der Magen und der Darm. Ja, das Alter, es schlägt zurück.

Ganz schlimm im Moment die Stuhlgangprobleme. Also folgt ein Arztbesuch. Untersuchung, Besprechung und ein kleines Rezept. Ahrens möchte sich bitte in der Apotheke den verordneten Abführtee kaufen. Eine Mischung aus Sennesblätter, Faulbaumrinde, Aloe und Rhabarberwurzel. Dazu für den Geschmack etwas Minze, Erdbeerblätter und Süßholz.

Von dem Tee sollte der Patient abends gegen 19.00 Uhr  einen Esslöffel Tee in einem guten Glas Wasser ansetzen (Wassertemperatur etwa 85 Grad). Nach 5 Minuten ist der Tee dann trinkfertig. Die Wirkung soll in 12 Stunden milde einsetzen, also etwa um 7.00 Uhr,  danach kräftiger.

Nach vier Tagen ist der gute Studienrat wieder beim Arzt. „Na mein lieber Ahrens, alles wieder gut. Klappt es mit dem Stuhl?“, fragte der Doktor. „Ja, ja“, mein Ahrens.  Sehr nachteilig sei nur, dass er immer erst um 9.00 Uhr aufwache.

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Das Streichorchester

In Schwaan gab es ein kleines Streichorchester. Ältere Herrschaften, der Pastor, Lehrer, Handwerker und ein Arzt. Kein Apotheker. Apotheker Reimer engagierte sich im Schwaaner Singspiel!

Die Herren kamen in die Jahre.  Einige gingen in den Ruhestand, andere verabschiedeten sich für immer. Aus dem Orchester wurden schnell ein Quintett und dann ein Quartett.

Dann ging auch Lehrer Kröger von dannen.

Er hatte beim Spiel seiner Bratsche immer die Angewohnheit einen kleinen Zettel an der hinteren

Seite des Instruments zu lesen.

Bratschenschlüssel

Immer wurde gerätselt

was da wohl stand.

Keiner kam an das Instrument.

Die Erbengemeinde löste das

Rätsel.

Dort stand eine Notiz von

Lehrer Kröger persönlich verfasst:

Links die Bratsche - Rechts der Bogen!

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Spendabler Apothekenchef

Der in die Jahre gekommene Chef aus der Nachbarstadt war ein etwas grober Typ, manchmal etwas bruffelig, langsam aber altersmilde werdend.

Die gute alte Kaffeepause am Nachmittag war Tradition, so es die Zeit erlaubte.

Sommerzeit…….Hitzewelle. Der Chef gab großzügig und uneigennützig (wie alle Apothekenchefs so sind) eine Runde Eis aus. Er ließ es sich natürlich auch herzhaft schmecken.

Leicht zittrig landete auf halber Strecke eine Ladung Eis mit Soße und Früchten auf seinem Kittel. Volle Breitseite!

„So ein Malheur“ stöhnte der Chef. „Schaut nur liebe Kollegen, wie ich aussehe! Wie ein Dreckschweinchen!“ „Genau Chef“, meinte die Auszubildende, „und bekleckert haben sie sich auch noch!“

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Der Theaterbesuch

Die Schwaaner Apotheker waren und sind immer sehr der Kunst und Kultur verbunden.

So besuchte der Apotheker Reimer mit Ehefrau und einem befreundeten Arztehepaar das Stadttheater in Rostock (1895 erbaut).

Nach dem dritten Akt sprang der Arzt spontan auf und rief laut in den Theatersaal: „Ist hier ein Arzt im Haus? Schnell einen Arzt bitte!“

Einige Reihen hinten meldete sich ein Besucher: „Hier, hier, hier, ich bin Arzt“.

„Ach“, sagte die Begleitung von Reimers, „ist dies nicht eine herrliche Aufführung Herr Kollege?“

Ab dem vierten Akt gab es keine weiteren Vorfälle.

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Opas neuer Anzug 

Eines Tages kam der junge Schustergeselle Schröder zum Apotheker Kemper. Er brauchte Aspirin. Kopfschmerz, Erkältung und dann noch die Sache mit Opa.

Im Gespräch zeigte sich, dass Schröder derzeit arg gebeutelt ist. Er hatte vor nicht zu langer Zeit beide Elternteile verloren. Nun ist Opa auch gegangen, der letzte liebe Mensch in der Familie. Schröder hatte nur noch seinen Rauhaardackel! Ansonsten nichts wie Ärger, alle Geschwister wollen ans Erbe. Ein Erbe, das es nicht gibt.

Kempers guter Anzug

„Mann Schröder“ sagte Kemper, „ist ja furchtbar. Kann ich irgendwie helfen?“ „Ist schon gut“ meint Schröder. „Ich muss nur noch einen passenden Anzug für die Beisetzung finden“.

Kemper musterte den jungen Mann. Sein alter Hochzeitsanzug….fast neu…müsste passen.

Gesagt getan. Schröder war überglücklich und dankte herzlich.

Nach vier Wochen trafen sich beide zufällig in der Stadt. „Na mein lieber Schröder, alles gut gelungen?“ „Ja, schlimm aber nun gut, und danke nochmals für den Anzug, lieber Herr Apotheker. Sie sind ein sehr guter Mensch!“, so Schröder.

„Wann bekomme ich den Anzug denn zurück?“ fragt Kemper. Darauf Schröder: „Wie zurück??? Den hat doch Opa an!" 

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Biologieunterricht

1897, die Tochter vom Apotheker Reimer aus Schwaan hat in der Schule Biologie.

Der Lehrer Herr Specht, Spitzname Schluckspecht, demonstriert die schädliche Wirkung des Alkohols.  Dazu legt er einen Regenwurm in ein Glas Wasser. Ein zweiter Wurm kommt in ein Glas mit Alkohol. Dem Regenwurm im Wasser geht es recht gut, er zappelt nur etwas.

Der zweite Wurm im Alkohol zappelt nur kurz. Er gibt den Geist auf. Tot! Die Kinder sind erstarrt.

„Was zeigt uns dieses grausame Experiment?“, fragt Lehrer Specht.

Das Apothekertöchterchen meldet sich und antwortet:“ Wer Alkohol trinkt hat keine Würmer!“

               

Keine Würmer und wie weiter?

Bild aus dem Spritmuseum in Stockholm. https://spritmuseum.se/en/

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Zum Zahnarzt

Apotheker Oskar Selle betrieb die Adler-Apotheke nur drei Jahre lang. Die Gründe für diese kurze Frist sind unbekannt.

Apotheker Selle musste im August 1909 dringend zum Zahnarzt. Er informierte seinen Mitarbeiter Meyer über diese kurze Abwesenheit, mit einer leichten Ermahnung, alles sachgerecht zu erledigen.

Nach einer halben Stunde war Selle leicht schmerzverzehrt auf dem Rückweg zur Apotheke. Auf einer Hausbank nahe der Apotheke sah er den Lehrer Vogt sitzen. Dieser rutsche hin und her und krümmte sich.

„Draußen sitzt der Lehrer Vogt, war er hier Meyer?“ Meyer: “Ja. Aber alles in Ordnung Herr Selle. Er wollte einen Hustenstiller. Aber jedes angebotene Mittel war ihm zu teuer. Ich habe dann Rizinusöl günstig angeboten und verkauft. Er hat die entsprechende Dosis sofort genommen“.

„Hilfe“, rief Selle, „ein Abführmittel! Ein großer Fehler!“ Meyer: „Nein, nein alles gut. Der Vogt traut sich jetzt nicht mehr zu husten“.

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Der Schnellrechner 

Apotheker Arnold Kemper (ab 1911 in Schwaan) hatte seit einiger Zeit den Apothekenhelfer Wolke als Mitarbeiter.

Er entwickelte sich mittelprächtig. Er schien viel zu wissen, wusste vieles besser und machte auch Unruhe. Gemeckert wurde öfter und die anderen Apotheken und Apotheker im Umfeld waren immer besser als die in Schwaan. Der gute Kemper hatte es nicht so leicht und innerlich war die Kündigung für Herrn Wolke schon vorbereitet.

Ein Vorteil von Wolke: Er konnte gut mit älteren Damen und Witwen. Bei Witwe Krause hatte er sich besonders angestrengt. Ein guter Umsatz war das Ergebnis. Arnold Kemper wollte Herrn Wolke dafür nun doch noch etwas belohnen, bevor er gehen sollte. 21 Reichsmark nach Steuern waren der Gewinn, den Wolke erzielt hat. Ein gutes Stück Geld.

„Wolke“, so Kemper, „sie bekommen ½ vom Umsatz mit der Frau Krause als Anerkennung“.

Wolke erbost sich:“ ½  davon, Frechheit! Ich will mindestens 1/3!“


Das ist der Horizont von Wolke, lieber 7 statt 10,50 Reichsmark, dachte Kemper. Herr Wolke ging freiwillig zum Jahresende in die Nachbarstadt. Die Wolken waren verflogen und die Luft plötzlich klar!

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Omas neue Hupe

Unser Enkel Jannis (3. Klasse) besuchte uns u. a. in den Ferien. Er war auch in der ollen Apteik und hatte den ganzen Tag Zeit für Beobachtungen. Ein neues (altes) Inventarteil viel ihm auf.

Omas neue Hupe!Omas neue Hupe!

„Oma, du hast ja eine neue Hupe!“, sagte er. Gut erkannt!! Es war nur keine Hupe, sondern eine Handmilchpumpe mit Glaskörper. Diese gibt es in der Form auch in der heutigen Zeit.

Unser neues museales Stück stammt etwa aus 1955. Es war ein kleiner Einkauf auf einem Flohmarkt in Maastricht 2017 und eine Erinnerung an das Rieu-Konzert und den Urlaub dort.

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Klingelgehilfe

Fritzchen will am Wochenende beim Apotheker Reimer die Klingelglocke läuten. Der Griff ist ganz oben in der Ecke, wegen der bösen Kinderstreiche.

Der Pastor kommt vom Amtsplatz und ist auf dem Weg zur Kirchenstraße.

„Na mein lieber Junge kommst du da nicht an? Ich helfe dir!“ Fritzchen wurde angehoben und klingelte wie wild.

„Danke, danke Herr Pastor, aber jetzt müssen wir schnell abhauen, damit uns der Apotheker nicht erwischt!“

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Familientreffen bei Apothekers

Großes Familientreffen. Die Kinder brauchten für sich mal wieder etwas Erholung und fanden diese Ruhe in der heilen Apothekerwelt auf dem flachen Land. Alle da, Kinder, Schwiegerkinder und Enkel. Feude und Entspannung pur. Die Familie, der Mittelpunkt! Welch ein Glück!

Beim Kaffee fehlten noch die Enkelchen und die Oma.

"Wo sind denn die Kinder und Oma", fragte der Opa. Man sagte ihm, sie  sind auf der Kälberwiese (heute Koppelweg) und lassen den Drachen steigen. Es ist kräftiger Wind dort.

"Oh, oh", sagte der Opa. "Hoffentlich kommt Oma gut wieder runter".

 

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Reklamation im Doppelpack 

In DDR-Zeiten konnte man Kondome per Versand beziehen (Firma Kästner in Dresden), in der Drogerie oder in der Apotheke kaufen. Kondome wurden aus Diskretionsgründen gerne in Dresden gekauft.

So prüde waren die Schwaaner Männer nicht.

Ein junger Mann reklamierte allerdings beim Apotheker die Qualität der gekauften Kondome.

Brüchig und nicht reißfest!! Überlagert?!                            Bevor der Apotheker den Sachverhalt aufgriff meldete sich spontan ein Seniorkunde. Die Kondome sein instabiler als früher und knicken leicht um!

Die erste Reklamation wurde erfolgreich bearbeitet.

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Ein Stotterer???

Ferienbesuch aus der Stadt. Das Enkelkind  besucht die Großeltern auf dem Land. Es war eine lange Anfahrt. Der Junge war total fertig. Auch am folgenden Tag wurde es nicht besser. Fleisch durfte das Kind nicht essen, kein Fett, kein Fisch und vieles mochte es nicht. Als Getränk gab es meistens stilles Wasser bei den Eltern. Die Großeltern waren ratlos.

Der Hausarzt wurde aufgesucht. Er sah sich den dünnen Knaben an. Alles i.O.. Die Oma sollte ihn ordentlich rausfüttern. Fleisch, Milch, Brot, Eier, etwas Nascherei, Säfte, Schlafen und frische Luft.

Zum Schluss fragte er den Jungen nach seinem Alter. „9“ die Antwort.

Dann die Frage nach dem Wohnort. „Baden-Baden“.

„Mein Gott“, sagt der Arzt. „Stottern tut er auch noch!“.

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(Wird weiter ergänzt!)