Die Schmunzelecke

In der Schmunzelecke gibt es einige Zeilen zum Aufheitern der Seele. Es müssen ja nicht immer Pillen sein – und Drogen sind verboten. Es sind Ereignisse, die sich tatsächlich so zugetragen haben -  oder zugetragen haben könnten.

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Biologieunterricht

1897, die Tochter vom Apotheker Reimer aus Schwaan hat in der Schule Biologie.

Der Lehrer Herr Specht, Spitzname Schluckspecht, demonstriert die schädliche Wirkung des Alkohols.  Dazu legt er einen Regenwurm in ein Glas Wasser. Ein zweiter Wurm kommt in ein Glas mit Alkohol. Dem Regenwurm im Wasser geht es recht gut, er zappelt nur etwas.

Der zweite Wurm im Alkohol zappelt nur kurz. Er gibt den Geist auf. Tot! Die Kinder sind erstarrt.

„Was zeigt uns dieses grausame Experiment?“, fragt Lehrer Specht.

Das Apothekertöchterchen meldet sich und antwortet:“ Wer Alkohol trinkt hat keine Würmer!“

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Zum Zahnarzt

Apotheker Oskar Selle betrieb die Adler-Apotheke nur drei Jahre lang. Die Gründe für diese kurze Frist sind unbekannt.

Apotheker Selle musste im August 1909 dringend zum Zahnarzt. Er informierte seinen Mitarbeiter Meyer über diese kurze Abwesenheit, mit einer leichten Ermahnung, alles sachgerecht zu erledigen.

Nach einer halben Stunde war Selle leicht schmerzverzehrt auf dem Rückweg zur Apotheke. Auf einer Hausbank nahe der Apotheke sah er den Lehrer Vogt sitzen. Dieser rutsche hin und her und krümmte sich.

„Draußen sitzt der Lehrer Vogt, war er hier Meyer?“ Meyer: “Ja. Aber alles in Ordnung Herr Selle. Er wollte einen Hustenstiller. Aber jedes angebotene Mittel war ihm zu teuer. Ich habe dann Rizinusöl günstig angeboten und verkauft. Er hat die entsprechende Dosis sofort genommen“.

„Hilfe“, rief Selle, „ein Abführmittel! Ein großer Fehler!“ Meyer: „Nein, nein alles gut. Der Vogt traut sich jetzt nicht mehr zu husten“.

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Der Schnellrechner 

Apotheker Arnold Kemper (ab 1911 in Schwaan) hatte seit einiger Zeit den Apothekenhelfer Wolke als Mitarbeiter.

Er entwickelte sich mittelprächtig. Er schien viel zu wissen, wusste vieles besser und machte auch Unruhe. Gemeckert wurde öfter und die anderen Apotheken und Apotheker im Umfeld waren immer besser als die in Schwaan. Der gute Kemper hatte es nicht so leicht und innerlich war die Kündigung für Herrn Wolke schon vorbereitet.

Ein Vorteil von Wolke: Er konnte gut mit älteren Damen und Witwen. Bei Witwe Krause hatte er sich besonders angestrengt. Ein guter Umsatz war das Ergebnis. Arnold Kemper wollte Herrn Wolke dafür nun doch noch etwas belohnen, bevor er gehen sollte. 21 Reichsmark nach Steuern waren der Gewinn, den Wolke erzielt hat. Ein gutes Stück Geld.

„Wolke“, so Kemper, „sie bekommen ½ vom Umsatz mit der Frau Krause als Anerkennung“.

Wolke erbost sich:“ ½  davon, Frechheit! Ich will mindestens 1/3!“


Das ist der Horizont von Wolke, lieber 7 statt 10,50 Reichsmark, dachte Kemper. Herr Wolke ging freiwillig zum Jahresende in die Nachbarstadt. Die Wolken waren verflogen und die Luft plötzlich klar!

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Omas neue Hupe

Unser Enkel Jannis (3. Klasse) besuchte uns u. a. in den Ferien. Er war auch in der ollen Apteik und hatte den ganzen Tag Zeit für Beobachtungen. Ein neues (altes) Inventarteil viel ihm auf.

Omas neue Hupe!Omas neue Hupe!

„Oma, du hast ja eine neue Hupe!“, sagte er. Gut erkannt!! Es war nur keine Hupe, sondern eine Handmilchpumpe mit Glaskörper. Diese gibt es in der Form auch in der heutigen Zeit.

Unser neues museales Stück stammt etwa aus 1955. Es war ein kleiner Einkauf auf einem Flohmarkt in Maastricht 2017 und eine Erinnerung an das Rieu-Konzert und den Urlaub dort.

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Klingelgehilfe

Fritzchen will am Wochenende beim Apotheker Reimer die Klingelglocke läuten. Der Griff ist ganz oben in der Ecke, wegen der bösen Kinderstreiche.

Der Pastor kommt vom Amtsplatz und ist auf dem Weg zur Kirchenstraße.

„Na mein lieber Junge kommst du da nicht an? Ich helfe dir!“ Fritzchen wurde angehoben und klingelte wie wild.

„Danke, danke Herr Pastor, aber jetzt müssen wir schnell abhauen, damit uns der Apotheker nicht erwischt!“

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Reklamation im Doppelpack 

In DDR-Zeiten konnte man Kondome per Versand beziehen (Firma Kästner in Dresden), in der Drogerie oder in der Apotheke kaufen. Kondome wurden aus Diskretionsgründen gerne in Dresden gekauft.

So prüde waren die Schwaaner Männer nicht.

Ein junger Mann reklamierte allerdings beim Apotheker die Qualität der gekauften Kondome.

Brüchig und nicht reißfest!! Überlagert?!                            Bevor der Apotheker den Sachverhalt aufgriff meldete sich spontan ein Seniorkunde. Die Kondome sein instabiler als früher und knicken leicht um!

Die erste Reklamation wurde erfolgreich bearbeitet.

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(Wird weiter ergänzt!)